Unser neuer Kaffee „Faires Taubertal“

„Dieser Kaffee gehört ab heute zu Ihnen. Darauf können Sie stolz sein.“ Die aus Peru stammende Referentin Elena Muguruza hob in der Schalterhalle der Sparkasse Tauberfranken strahlend ein Päckchen Kaffee in die Höhe. „Faires Taubertal“ war auf seinem Etikett zu lesen. Was es mit diesem besonderen Kaffee auf sich hat, machte die schön gestaltete und informative Ausstellung  deutlich, die an diesem Mittwochabend in der Schalterhalle der Sparkasse erstmals rund 60 geladenen Gästen präsentiert wurde.

„Wir sind froh und stolz, die Ausstellung des Weltladens zeigen zu dürften“, sagte Peter Vogel, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Tauberfranken. In seiner Begrüßungsrede betonte er, dass soziale Verantwortung und Wirtschaft seit jeher den Kern der Sparkassenidee bilde.

Das Motto der Ausstellung „Genuss für alle – Kaffee Faires Taubertal“ erläuterte Stefanie Buck-Neuhäuser, Sprecherin des Weltladens, kurz und bündig: „Wir setzen uns dafür ein, dass  Menschen für ihre Arbeit einen gerechten Lohn bekommen und menschenwürdig leben können – dann ist auch für die Kaffeebauern der Kaffee ein Genuss“. Der Name „Faires Taubertal“ weise auf die enge Verbindung zur Region hin: Das peruanische Kaffeeprojekt wird seit vielen Jahren von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Tauberbischofsheim sowie der Erzdiözese Freiburg unterstützt und begleitet. Auch Heike Teufel, die Nichte des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten, hat in diesem Pidecafé-Projekt viele Jahre lang mitgearbeitet. Kaum wunderte es die Ausstellungsbesucher als sich herausstellte, dass vier der anwesenden Gäste das Kaffeeprojekt bereits besucht haben. „Es ist ein toller Kaffee. Ich bin als Peruanerin eine Kaffeekennerin, sie können mir das glauben.“ Elena Muguruza, Promotorin und Beraterin des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V., DEAB, legte den Zuhörern charmant und kenntnisreich dar, welche Vorteile Kaffeegenießer und Kaffeebauern durch den Pidecafé haben. Sie erzählte von der Qualität des Hochland-Kaffees, berichtete, dass die hochwertigen Arabica-Bohnen von Hand geerntet werden, weil an einem Kaffeestrauch niemals alle Bohnen gleichzeitig reifen. Anschaulich und mit Fotos sowie Statistiken unterlegt, beschrieb sie die zahlreichen Vorteile des Fairen Handels für die Bauern.

So blieben beispielsweise rund 30 Prozent des Endpreises bei den Kaffeebauern, in der konventionellen Produktion seien es nur 10 Prozent. Besonders wichtig sei der garantierte Mindestpreis des Fairen Handels. Denn Kaffeebohnen werden an der Börse notiert und sind damit stark schwankenden Preisen unterworfen sind. Darüber hinaus wirke sich die ökologische Anbauweise positiv aus – sowohl für die Umwelt, die Produzenten als auch für die Kaffeegenießer. Diese Vielzahl an positiven Eigenschaften führte dazu, dass der Pidecafé unter unterschiedlichstem Namen mittlerweile Einzug in viele Rathäuser und kommunale Einrichtungen gehalten hat. Denn immer mehr Städte, darunter Stuttgart,   und Heilbronn haben sich verpflichtet, fair zu beschaffen – zum Wohle der Produzenten weltweit, aber auch zum Wohle der Genießer. Elena Muguruza machte deutlich: „Die Qualität der Bohnen ist den Kaffeebäuerinnen und –bauern sehr wichtig. Denn sie möchten ein gutes Produkt verkaufen, sie möchten kein Mitleid.“

Wie gut der Kaffee tatsächlich schmeckt, konnten die Ausstellungsbesucher bei klassischen Klängen des Streichquartetts der Richard-Trunk-Musikschule selbst bewerten. Bald schwirrten Ideen durch die Schalterhalle, an welchen Orten der Kaffee zukünftig ausgeschenkt werden könnte: Beim Dorffest in Dittwar, bei privaten Feiern aller Art. Und vielleicht auch im Rathaus. Nach kritischer Geschmacksprüfung kam Bürgermeister Vockel zum Urteil: „Sehr gut!“. Wenn alle Kaffeetrinker mithelfen, könnte das Liebliche Taubertal bald dem vieldeutigen Motto des Kaffees gerecht werden. sps